Rollout mit Mehrwerten

Rollout mit Mehrwerten

Die Theben AG erhält die BSI-Zertifizierung für das Smart Meter Gateway CONEXA 3.0 Performance.

Das CONEXA 3.0 Performance Smart Meter Gateway (SMGW) der Theben AG hat die Common Criteria EAL 4+ Zertifizierung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erhalten. Die Zertifizierung belegt die sicherheitstechnische Eignung des SMGWs für den Einbau in intelligente Messsysteme (iMSys).

Durch die BSI-Zertifizierung sowie die bereits im Juni 2020 erteilte Baumusterprüfbescheinigung nach PTB-A 50.8 erfüllt das CONEXA 3.0 Performance SMGW sämtliche sicherheitsrelevanten sowie mess- und eichrechtlichen Anforderungen und kann zum flächendeckenden Rollout intelligenter Messsysteme nach Messstellenbetriebs-Gesetz (MsbG) genutzt werden. CONEXA ist kompatibel zu Messeinrichtungen für Strom, Gas, Wasser und Wärme sowie interoperabel mit allen Admin-Systemen. Die Multimandantenfähigkeit für bis zu 20 Zähler reduziert die Zahl der benötigten Gateways und unterstützt so einen effizienten Betrieb und eine hohe Wirtschaftlichkeit.

Ruwen Konzelmann, Head of Business Unit Smart Energy, zeigt sich zufrieden über den gegangenen Weg: „Unsere klare Ausrichtung bestand immer darin, dem Energiemarkt ein interoperables, performantes und zukunftssicheres Smart Meter Gateway zur Verfügung zu stellen. Die positiven Reaktionen unserer Partner und des Marktes zeigen, dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen haben. Auch haben wir darauf gesetzt, das dafür nötige Know-how in Mechanik, Elektronik, Software und Sicherheit aufzubauen. Und ja, es hat vielleicht etwas länger mit der Zertifizierung gedauert. Aber wir sind uns sicher, dass die aufgebaute Architektur und Struktur zukünftig das schnell wieder vergessen machen werden.“ Auch Theben-Vorstand Paul Schwenk zeigt sich hocherfreut: „Die BSI-Zertifizierung war nur noch der letzte Mosaikstein, der uns gefehlt hat, den Rollout mit einer zukunftsfähigen Produktreihe mitgestalten zu können. Ich freue mich sehr mit dem gesamten Team, dass sich die jahrelange intensive Entwicklungsarbeit nun sprichwörtlich auszahlt.“

Mehrwert-Modul

Foto: Theben AG

Die Besonderheit des CONEXA 3.0 Performance SMGW liegt im aufsteckbaren CLS Mehrwert-Modul. Dieses eröffnet im Zusammenspiel mit der Theben Mehrwert-Applikationsplattform innovative Anwendungsmöglichkeiten, die weit über die herkömmlichen iMSys-Grundfunktionen hinausgehen.

Ruwen Konzelmann umreißt die Vorteile des Mehrwert-Moduls: „Mit dem Mehrwert-Modul lassen sich Anwendungen realisieren, die der Markt zukünftig erwartet. Wir verfolgen im Kontext SMGW-basierter Mehrwert-Anwendungen zahlreiche Feldprojekte mit verschiedensten Partnern, etwa im Bereich E-Ladesäulen-Management, Photovoltaik-Anlagen-Management, Heizungsmanagement, Energiemanagement bis hin zu Anwendungen aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Dabei kommen auch innovative Technologien wie Blockchain und Peer-to-Peer zum Einsatz. Für Messstellenbetreiber sowie Netz- und Vertriebsgesellschaften und Stadtwerke sind all das längst keine Modethemen mehr, sondern Schlüsselfaktoren zur nachhaltigen Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.“

Über 100 Feldversuche

Schon vor der BSI-Zertifizierung haben die Mehrwert-Optionen des CONEXA Performance Smart Meter Gateway viele Unternehmen im Energieumfeld überzeugt. Mit dem Regensburger Start-up YOUKI wird beispielsweise ein Blockchain-basiertes Transaktionssystem für sogenannte „Impact Investments“ der Energiewirtschaft realisiert.

Der BaFin-regulierte Dienst bindet unterschiedliche regenerative Erzeugungsanlagen jeder Größe in ein Blockchain-Netzwerk ein und macht sie für Investoren verfügbar. Mit der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG wird aktuell eine vernetzte Peer-to-Peer-Handelsplattform für Prosumer erprobt, die über CONEXA umgesetzt wird. Die Kölner RheinEnergie AG testet in einem Pilotprojekt die optimierte Steuerung von Nachtspeicher-Heizungen über CONEXA.

Dabei werden 100 Kundenanlagen in das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie eingebunden. Bei EWS und RheinEnergie kommt zudem die Theben Steuerbox CSX 324 zur Anlagensteuerung zum Einsatz. Mit dem EnBW-Startup energybase wurde ein Smart Meter Gateway-Produkt mit integriertem Energiemanagement-System entwickelt: energybase.Conexa. Die Lösung aus CONEXA Performance Smart Meter Gateway mit Mehrwert-Modul und energybase-Schnittstelle überträgt nicht nur Daten, sondern hilft Prosumern gleichzeitig dabei, ihren Eigenverbrauch ihrer Kunden auf bis zu 80 Prozent zu steigern.

Smart Grid und Smart Home

Bereits zu den metering days im Oktober 2019 in Fulda präsentierte Theben gemeinsam mit den Partnern KEO und gridX eine Anwendung zur „Grid Integration“. Dabei wurde ein Showcase mit dem CONEXA 3.0 Performance SMGW und dem gridX Energiemanagement-System „gridBox“ vorgestellt. Die Leistungslimitierung des Netzbetreibers wird hier an das Energiemanagement von gridX übermittelt. Dieses reduziert intelligent und dynamisch die Leistung des angeschlossenen Elektroautos im Haushalt. So konnte veranschaulicht werden, wie sich via EEBUS Smart Grid-Anwendungen realisieren lassen.

In einem gemeinsamen Projekt der TEAG Thüringer Energie AG und der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Bad Blankenburg GmbH (WBG) wurden unter Federführung der Thüringer Mess- und Zählerwesen Service GmbH (TMZ) zwölf Mietwohnungen in einem energetisch kernsanierten Gebäude mit CONEXA 3.0 Performance Smart Meter Gateways und LUXORliving Smart Home Systemen von Theben ausgestattet. Die Anbindung von LUXORliving über die CLS-Schnittstelle der CONEXA an die Theben-Cloud ermöglicht den Fernzugriff auf das Smart Home-System, wodurch sich attraktive Mehrwertdienste für die Mieter realisieren lassen. (pq)

www.theben.de

 

Drei Fragen an …

Foto: Theben AG

Ruwen Konzelmann. Head of Business Unit Smart Energy, Theben AG

Welche unmittelbaren Auswirkungen hat die Zertifizierung auf Ihr Geschäft?

Nach der langen Entwicklungs- und Zertifizierungszeit beginnt jetzt ein neuer, spannender und herausfordernder Abschnitt in unserem neuen Geschäftsfeld Smart Energy. Nach der Entwicklung ist jetzt die Fertigungsabteilung gefragt. Wir sind gut vorbereitet, um mit unseren Kunden und Partnern die ersten Lieferungen erfolgreich zu gestalten. Der komplexe Bestell- und Lieferprozess ist von Kunde zu Kunde in Teilen unterschiedlich, was die Aufgabe nicht unbedingt erleichtert. Persönlich freue ich mich, dass wir uns jetzt dieser Aufgabe stellen dürfen. Sie wird uns gut gelingen und wir werden das in uns gesetzte Vertrauen und die Erwartungen bestätigen können.

 

Was sind Ihre nächsten Projekte im Geschäftsbereich?

Wie es so schön heißt: Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung. Das bedeutet, dass ein Teil unserer Mannschaft sich mit der Weiterentwicklung der CONEXA 3.0 Performance befassen wird. Weiter haben wir das Team um die Mehrwertfunktionen verstärkt, und arbeiten mit verschiedenen Partnerunternehmen an spannenden Lösungen rund um das iMSys. Auch stecken wir in verschiedenen Projekten und Anfragen aus dem Ausland. Die „deutsche Idee“ einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur und die damit verbundenen Komponenten finden international zunehmend Aufmerksamkeit. Wir sehen echte Chancen, das erarbeitete Wissen und unsere Technologie auch im Ausland einzusetzen.

 

Wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf  – im Versorgermarkt, aber auch in der Politik respektive beim BSI?

Ich verfolge die Richtungsweisung und die Strategien von BSI und BMWi schon seit Jahren sehr intensiv und erkenne eine feste Überzeugung, die sichere Kommunikationsinfrastruktur rund um das SMGW als Grundlage für eine erfolgreiche Energiewende zu gestalten. Sehr positiv sehe ich den Brancheninputprozess innerhalb der Task Forces Smart Grid, Smart-/Sub Metering und Smart Mobility, bei dem die verschiedenen Akteure darüber informiert werden, wo die Reise hingehen soll. Auch besteht hier die Möglichkeit, das Vorhaben und die damit verbundenen Anwendungsszenarien zu kommentieren, sich gemeinsam mit BSI/BMWi zu beraten, Verständnisfragen zu klären und auf mögliche Umsetzungsrisiken hinzuweisen. Dies stellt eine klare Verbesserung in der Zusammenarbeit mit der Politik und den Behörden dar. Für mich ist der wesentliche Punkt, dass wir gemeinsam mit Politik und Behörden den Kurs halten, um die Energiewende und die damit verbundene Zukunftssicherung erreichen zu können. Die aktuelle Initiative aus Baden-Württemberg zur beschleunigten Umsetzung der EERL (EU) 2018/2001 sowie die jüngste Stellungnahmen des AKE der CSU bestätigen unserer Einschätzung nach den eingeschlagenen Weg. (pq)