Power Plus Communications AG

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NEUE TAFS: MEHR WERTE FÜR MEHR NUTZEN

In knapp zehn Jahren wird in 80 % der Gebäude ein Smart Meter Gateway verbaut sein. Wieso? Die Use-Cases des SMGW als hochsicherer Kommunikationskanal gehen über den ursprünglichen energiewirtschaftlichen Anwendungszweck weit hinaus. Seit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende haben sich eine Vielzahl an Treibern in diese Richtung entwickelt – sowohl regulatorisch, als auch wirtschaftlich. Insbesondere die Themenlandkarte des BMWi zeigt hier bereits die große Bandbreite zukünftiger Anwendungen auf. PPC sieht daher dem Szenario des Vollrollouts entgegen.

WIE GEHT EIN WIRTSCHAFTLICHER ROLLOUT?

Die meisten PPC-Kunden, darunter ein Großteil der 50 größten deutschen Energieversorger, befinden sich bereits im Smart-Meter-Rollout. Das gemeinsame Ziel: ein reibungsloser und möglichst effizienter Ausbauprozess. Natürlich sind die ersten Schritte auf einem langen Weg die schwierigsten. Entsprechend geht die Ausbauplanung bei vielen Messstellenbetreibern eher langsam voran und viele sehen die Pflichteinbaufälle als Ziel. Doch sollten diese nicht viel mehr nur der Anstoß zur vollständigen Digitalisierung der Energiewende sein? Auch der Pflichtausbau kann durchaus wirtschaftlich sein, wenn man ihn zügig umsetzt. Nach unserer Erfahrung verursacht ein intelligentes Messsystem vor Ort über die Laufzeit nur rund ein Viertel der Gesamtkosten. Der Großteil (also Drei-Viertel der Kosten) entsteht durch die Anbindung an Backend-Systeme und den Betrieb – egal ob man wenige oder viele Smart Meter Gateways einbaut. Insofern liefert jedes zusätzliche Gerät dank gesetzlicher Preisobergrenze einen Deckungsbeitrag für diese sprungfixen Kosten des Gesamtsystems. Bei einem flächendeckenden Ausbau wirkt aufgrund kleinerer Deckungsbeiträge bei optionalen Einbaufällen dann zunehmend die Gesamtanzahl an Installationen. Mit reduziertem Anteil konventioneller Zählerauslesung werden zudem die spezifischen Kosten hierfür immer höher, sodass ab einem gewissen Anteil schon aus Prozesskostensicht Smart Meter Gateways die günstigere Alternative werden. Gleichzeitig ergibt sich für den Vertrieb eine größere adressierbar Kundenbasis für neue Dienstleistungen rund um die Digitalisierung. Auch für den Netzbetrieb sind überall detaillierte Netzzustandsinformation verfügbar. Denn mit einer flächendeckend verfügbaren Infrastruktur können Mehrwertangebote und Services bei allen Kunden realisiert werden – und je mehr das sind desto profitabler wird das Geschäft.

MAXIMALE FLEXIBILITÄT BEI MEHRWERTANGEBOTEN

Intelligente Messsysteme sind nicht nur die Voraussetzung für die Zustandsüberwachung im Verteilnetz und eine betriebssichere Integration von Energiewendetechnologien. Schon heute sieht man an den vielen Anwendungsmöglichkeiten aus der BMWi-Roadmap, dass das SMGW als zentraler Sicherheitsanker für innovative Plattformansätze dient. Als das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende und damit das Konzept der Pflichteinbaufälle entstand, lag der Fokus noch vorwiegend auf einzelnen Energiewendetechnologien und anlagenbezogenen Steuerungskonzepten. In der Zukunft werden jedoch das Stromnetz und die Liegenschaften als Ganzes synergetisch zusammenwachsen. Energie-Management-Systeme im Haus spielen dabei eine wichtige Rolle, vor allem für die Einhaltung von Sollwerten am Hausanschlusspunkt. Eigenständige Systeme, wie z.B. von Viessmann, Hager oder SMA, haben sich in der Praxis bereits etabliert und lassen sich einfach über die CLS-Schnittstelle an die sichere Infrastruktur des PPC-SMGW anbinden. Der große Vorteil dieser Lösung liegt auf der Hand: maximale Flexibilität und Interoperabilität sowie ein breites Spektrum von Lösungsanbietern hinter dem SMGW für den Endkunden. Ein wichtiger Treiber hierbei ist die Ausgestaltung der §14a EnWG-Novelle, die die bedingte/ unbedingte Leistungsinanspruchnahme durch Endkunden regelt. Ziel ist es, Endverbrauchern Anreize für die netzorientierte Einbindung flexibler Verbrauchseinrichtungen, wie z.B. Elektroautos, Nachtspeicherheizungen oder Energiespeicher zu bieten. Damit wird eine nachhaltige Verbreitung von Energie-Management-Systemen gerade bei Prosumern gefördert und so eine effiziente Partizipation der Endkunden an der Energiewende ermöglicht. Voraussetzung hierfür ist die vollumfängliche Transparenz bei Netzzustandsinformationen.

NETZZUSTAND KENNEN ALS A UND O

UNSERE KONKRETE EMPFEHLUNG:
Der Vollrollout unterstützt die Entwicklung von Geschäftsmodellen rund um das SMGW und damit auch deren Wirtschaftlichkeit. Unsere Empfehlung für eine zielführende und wirtschaftliche Rolloutstrategie lautet deshalb: keinesfalls mit 3,3 % Mindestquote (entspricht 10 % für drei Jahre) für die ersten Jahre zu planen, denn dies birgt die Gefahr, sich ab dem vierten Jahr „überschlagen“ zu müssen. Sondern möglichst schnell auf 10 bis 15 % pro Jahr zu skalieren (1/8 Pflichteinbau). So haben Messstellenbetreiber die Chance, sich nachhaltig auf eine anwachsende Rollout-Quote in Richtung 50 bis 80 % einzustellen.

Aktuelle Netzdaten werden durch flächendeckend installierte Messsysteme generiert. Mit den Tarifanwendungsfällen TAF 9 für die Ist-Einspeisung von Erzeugungsanlagen und TAF 10 für die Übermittlung von Netzzustandsdaten leisten Smart Meter Gateways einen wichtigen Baustein zur notwendigen Beobachtbarkeit im Netzbetrieb. Beide TAFs verbessern die Möglichkeit des Netzmonitorings und damit auch die Feststellung und Prognose von Netzengpässen. So behalten Betreiber ihr Netz kontinuierlich im Blick, können kritische Zustände frühzeitig erkennen sowie wichtige Informationen für den Markt und neue Dienstleistungen zur Netzintegration liefern. Damit bilden Smart Meter Gateways die Grundlage für das Konzept der §14a EnWG-Novelle.

WEITERE USE CASES

Zusätzlich zu den netzseitigen Anwendungen, kommen weitere Use-Cases, die von dem hohen Sicherheitsniveau des Smart Meter Gateways im Haus profitieren und so einen Vollrollout vorantreiben werden. Ein gutes Beispiel ist das Submetering. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie fordert bis 2027 fernauslesbare Heizkostenverteiler und eine monatliche Ablesung und Bereitstellung von Verbrauchswerten. Das Gebäudeenergiegesetz sieht hierfür ein Schutzniveau vor, das sich an dem des SMGWs orientiert. Genau hier treffen sich in der Schlussfolgerung Energiebranche und Wohnungswirtschaft bei der technischen Umsetzung. Die Synergien zwischen Heizkostenabrechnung und SMGW-Rollout sind damit offensichtlich und entsprechend wurde vom BMWi die Task Force „Submetering“ zur Spezifikation gemeinsamer Lösungen ins Leben gerufen, in der PPC aktiv mitwirkt. Submetering-Lösungen wurden von PPC schon bei verschiedenen Kunden erfolgreich umgesetzt, zum Beispiel mit dem Qundis AMR-System. Dabei wird das System mittels CLS Adapter an die hochsichere Infrastruktur des Smart Meter Gateways angebunden. Die Lösung kann schnell und unkompliziert in bereits bestehende Infrastrukturen integriert werden. Für weitere Mehrwertangebote, z.B. im Bereich Verbrauchsdatenvisualisierung steht mit der SMGW-Rezertifizierung TAF 14 für hochaufgelöste Daten zur Verfügung.