Generalprobe

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In einem großen Feldtest bereitet sich die Anwendergemeinschaft Messsystem der VOLTARIS GmbH auf den Rollout vor. Nun gibt es erste Erfahrungen.

Rund 35 Stadtwerke-Partner haben sich in der Anwendergemeinschaft zusammengeschlossen, um sich gemeinsam und systematisch auf den operativen Rollout vorzubereiten. Aktuell läuft der Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme (iMSys).

„VOLTARIS orientiert sich dabei am koordinierten Teststufenkonzept des FNN, dem größten branchenweiten Praxistest überhaupt, der für die Anwendergemeinschaft entsprechend adaptiert worden ist“, berichtet Marcus Hörhammer, Bereichsleiter Produktentwicklung und Vertrieb. „Für den operativen Rollout-Start im Herbst sind dabei vor allem die ‚lessons learned‘ zur Optimierung der Prozesse wichtig“, so Marcus Hörhammer. Konkret soll die gemeinsame Felderfahrung genutzt werden, um die Gateway-Administration und die Messdatenaufbereitung in das Betriebsmodell, die Systeme und die Prozesse zu integrieren. Parallel werden Mehrwertdienste – insbesondere das Submetering – weiterentwickelt.

Generalprobe koordinierte Testphase zur Einführung der IMSys

Gemeinsam mit den Stadtwerke-Partnern wurden bereits Anfang des Jahres geeignete Messlokationen aus-gewählt, die als Feldtestanlagen fungieren. Die Rollout-Manager wurden begleitend in speziellen Praxisworkshops zu den Systemen und Prozessen geschult. Bei der Umsetzung der Prozesse arbeiten die Stadtwerke nach einem von VOLTARIS entwickelten Prozess- und Arbeitshandbuch mit ausführlichen Templates zur Projektdokumentation. Die Prozesse – von der Mengen- und Auftragsplanung über die Beschaffung bis hin zur Montage und Inbetriebnahme der iMSys – werden anhand des Handbuchs, das sich an den Lastenheften des FNN orientiert, dokumentiert und ausgewertet.

Erste Erfahrungen im Feldtest

Beim Feldtest zur Einführung der intelligenten Messsysteme orientiert sich VOLTARIS am koordinierten Teststufenkonzept des FNN. Foto: VOLTARIS GmbH

Mittlerweile sind die ersten Feldtestanlagen erfolgreich installiert und in Betrieb genommen, so auch bei der Energie Südwest AG in Landau. Der Energieversorger betreut mehr als 30.000 Strom-Messlokationen und arbeitet von Beginn an in der Anwendergemeinschaft mit. Energie Südwest nimmt mit ausgewählten Messstellen am Feldtest teil, zunächst mit einer Test-Messlokation auf dem Betriebsgelände in Landau. In enger Zusammenarbeit der Projektleiter beim Stadtwerk und bei VOLTARIS wurden die Prozesse exakt nach den Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes geplant und ausgeführt, wie Marcus Hörhammer berichtet, so zum Beispiel die Beschaffung der Hardware über den elektronischen Bestell- und Lieferschein und der Transport des Smart Meter Gateways sowie die Anfahrt der Messlokation nach den Vorgaben der sicheren Lieferkette. „Die Montage des iMSys übernahm ein geschulter Mitarbeiter aus unserem Haus im Beisein der Montagefachkräfte des Kunden. Den systemseitigen Inbetriebnahmeprozess führte die Fachabteilung bei VOLTARIS durch“, berichtet der Bereichsleiter.

Nach der erfolgreichen Parametrierung des Smart Meter Gateways werden die Messdaten nun per standardisierter Marktnachricht im MSCONS-Format an Energie Südwest weitergeleitet.

Herausforderung Mobilfunkempfang

Der stabile Mobilfunkempfang ist essenziell für die sichere Übertragung der Messdaten. Bei der Installation ist es daher wichtig zu prüfen, ob ein ausreichender Mobilfunkempfang verfügbar ist. Schon im Vorfeld des Einbaus stellt VOLTARIS den Stadtwerke-Partnern auf Wunsch die Providerdaten der Anschlussobjekte zur Einschätzung der Mobilfunk-Empfangsstärke zur Verfügung. Auf dieser Grundlage kann der Einbau besser geplant werden – zeitlich und auch hinsichtlich der Antennenauswahl. „Letztendlich entscheidet der Monteur vor Ort anhand eines speziellen Netzscanners, welche Antenne wie zu platzieren ist, um die bestmögliche Verbindung zu erreichen“, weiß Marcus Hörhammer.

Praxisschulungen und digitale Schulungs-Formate

Um die Monteure und Lagermitarbeiter bei der Einhaltung der SiLke und den Montageprozessen zu unterstützen, bietet VOLTARIS entsprechende Schulungen an, die von ausgebildeten Montageleitern nach dem Train-the-Trainer-Konzept durchgeführt werden. Wie Hörhammer betont, finden die Inhouse-Schulungen zur „berechtigten Person“ natürlich unter Einhaltung aller aktuell erforderlichen Schutzmaßnahmen statt. Die Schulungen sind Teil des SiLKe-Starterpakets von VOLTARIS, das neben der Ausbildung auch Hardware und Zubehör für die Einhaltung der sicheren Lieferkette umfasst.

Anfang des Jahres wurden die Rollout-Manager in speziellen Praxis-Workshops zu den Systemen und Prozessen geschult. Foto: VOLTARIS GmbH

Webseminare zu Rollout-relevanten Themen, zum Beispiel zu der Transparenz- und Displaysoftware TruDi, sind in Vorbereitung. Außerdem sind alternative Vortragskonzepte über Web- oder Videokonferenzen in Planung. „Da auch der persönliche Austausch der Stadtwerke untereinander ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Zusammenarbeit ist, werden vermutlich ab Herbst wieder Präsenzveranstaltungen – unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln – stattfinden“, hofft Marcus Hörhammer.

Parallele Entwicklung von Mehrwertdiensten

Parallel zum Feldtest werden die ersten Submetering-Pilotprojekte realisiert, um die Mitglieder der Anwendergemeinschaft für ein wichtiges neues Geschäftsfeld fit zu machen. Marcus Hörhammer: „Spätestens wenn ab dem Jahr 2021 der Gebäudeeigentümer als Anschlussnehmer den Messstellenbetreiber frei wählen kann und Bündelangebote nach § 6 MsbG platziert werden können, wird Submetering zu einem essenziell wichtigen neuen Geschäftsfeld für Stadtwerke, da damit attraktive weitere Marktfelder wie etwa die Heizkostenverteilung erschlossen werden können.“ (pq)

www.voltaris.de